Das Konzept Lebensorientiertes Reiten

Lebensorientiertes Reiten, Januar 2013

Für wen eignet sich Lebensorientiertes Reiten?

Der Alltag bringt Herausforderungen mit sich, die nicht zu unterschätzen sind. Ein gewisser Leistungsdruck existiert schon im Kleinkindalter und begleitet uns durch das ganze Leben. Er beeinflusst die persönliche Entwicklung. Die Gesellschaft hat feste Vorstellungen davon, wie wir unser Leben führen sollen, welche Ziele wir anzuvisieren haben und welche vorgegebenen Wege wir einhalten müssen. Für die eigene Persönlichkeit bleibt wenig Raum und es ist schwer, sich selbst in diesem Konstrukt zu verorten. Die Meisten wissen zwar was sie tun sollten, doch nicht alle können wirklich nachvollziehen warum Sie das machen. Man fällt schnell durch die Maschen unseres sozialen Netzes der Fürsorge und Solidarität. Entspricht man den Vorstellungen nicht und gehört einer Randgruppe an, so muss man soziale Ausschließung und somit auch starke Einschnitte in seine Grundrechte hinnehmen. Dies macht Einzelne zu den offensichtlichen Verlierern unserer Gesellschaft. Ein großer Teil der Menschen zieht jedoch weniger offensichtlich Nachteile daraus, ich nenne diesen Teil "verdeckte Verlierer". Konsequenzen, die sich aus unserer Leistungs- und Verformungsgesellschaft und den damit vermittelten Normen und Werten ergeben, sind unter anderem in den vermehrt diagnostizierten psychischen Erkrankungen und der zunehmend wahrzunehmenden Unzufriedenheit innerhalb unserer Gesellschaft zu erkennen. Fernab von der weitverbreiteten Meinung, dass bestimmte Personengruppen von Grund auf anders seien, zeigt die Realität ein ganz anderes Bild. Die Bedürfnisse im Leben aller Menschen sind ähnlich, ungeachtet des Einkommens, des errechneten Intelligenzquotienten und der seelischen Verfassung. Der Mensch hat ein wesentliches Bedürfnis nach Entfaltungsmöglichkeiten und Teilhabe. Die natürliche Sehnsucht nach Geborgenheit und der Wunsch seinem eigenen Wesen Gehör zu verleihen ist klarer Bestandteil des Konzeptes Lebensorientierten Reitens. Aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch seine persönlichen Stärken ausleben können soll, müssen Grenzen aufgebrochen und gemeinsame Lebensräume geschaffen werden.

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